Sonntag, 2. Januar 2011

Sonntag.... oder unterwegs mit Hindernisse

Zunächst einmal wünsche ich der Allgemeinheit ein frohes, neues Jahr und einen angenehmen Rutsch gehabt zu haben! Sind ruhig mit Raclette und Brettspielen reingerutscht, nicht spektakulär, dafür mit einem ganz besonders lieben Menschen im Schlepptau!

Heute haben wir einen Nachfesttagsausflug zum Hallentrödel gemacht, nachdem wir bis in die Puppen in der Koje verbracht haben. Es war aber auch sowas von gemütlich und der Blick aus dem Fenster animierte auch nicht recht zum Aufstehen. Geweckt durch das wütende Bellen des Hundetiers, das sich arg über die kleinen, singenden Männer vor der Haustür aufregte, sprang ich dann doch noch aus den Federn.
Bis ich dann allerdings Öffentlichkeits-tauglich oder zumindest angezogen war, waren die Sternsinger weiter gezogen... neenee, diese Jugend, sowas von ungeduldig!

Inzwischen war auch die Liebe dem Schlafgemacht entwichen und fragte an, was wir denn heute so vor hätten ... "Nüx" war die ernüchternde Antwort, die ihm wohl nicht so recht gefiehl. Anfrage: "Was hälst Du von Trödeln???" Antwort: "Och ja.... wo ist denn einer???"
Also ab ins Netz nachgucken und siehe da, hier in der Gegend ist mal wieder tote Hose, aber auf unseren geliebten Hallentrödel in Brüggen-Bracht ist Verlaß. Der findet auf Biegen und Brechen JEDEN Sonntag statt. Eine kleine Gemeinde eingeschworener Trödler betreibt dort eine Halle mit festen Ständen, nur im Hof davor ist Wechselbetrieb. Es gibt eine Pommse, die obtisch zwar eine Katastrophe ist (sehr sauber, aber eben eine Bretterbude mit x Anbauten, sehr skurril) aber eine sehr gute Curry-Wurst macht und meist auch hausgemachten Kuchen anbietet (Vorbemerkung: Heute nicht!).
Nächste Frage: "Rufen wir Schatzi an???" (unsere Sylvestergastgeberin)
Ja sicher rufen wir Schatzi an, wer soll sonst meine Handtasche halten???
Also Schatzi angerufen, die Liebe unter die Dusche gescheucht, den Hund zur morgendlichen Inspektionsrunde in den Garten abkommandiert, Abfahrt in 30 Minuten.

Nachdem wir alle Beteiligten eingesammelt hatten kam die Lektion des Tages:

Du sollst Dein Auto immer an der ersten Tanke befüllen, die Dir in den Sinn kommt!!!

An der ersten angepeilten Tanke am Ortsausgang war recht viel los, Sprit gabs hier zu 1,42/l. Da mich aber die Ungeduld ritt fuhr ich weiter, gab ja noch mehr Zapfsäulenbetreiber auf dem Weg nach Bracht. Nächste Möglichkeit in Dülken, hier gab es den Liter für 1,46.
4 Cent Unterschied, nixda, auch wenns schon piept im Amaturenbrett, das geht günstiger! Also weiter Richtung Ziel, da mußte doch noch was kommen...
Es kam natürlich nix mehr.... dooooooof!!!
Die nächste Tanke wurde dann aus Ermangelung an Bedarf, den Wagen weiter zu schieben angepeilt in Nettetal-Kaldenkirchen, also quasi im Outback, kurz vor Holland, wo Sprit meist utopische Preise hat... 1,50/l und keine Wahl mehr...!!!
Nun hat mein Lenkrad eine dekorative Bissspur, die Liebe sich gut amüsiert, Schatzi ebenso, das Auto wenigstens ein paar Liter bekommen und ich... naja lassen wir das...
Überflüssig, zu erwähnen, dass meine beiden reizenden Beifahrer sich den Wir-habens-Dir-ja-gleich-gesagt-Spruch nicht klemmen konnten...

Zwischendurch waren wir dann aber doch auf dem anvisierten Hallentrödel angekommen. Sche woars! Habe eine schicke alte Tortenplatte gekauft, die in den nächsten Tagen verschenkt wird an eine Sammlerin im Bekanntenkreis.
Nett unterhalten hab ich mich mit einer Standbetreiberin und viel gabs zu sehen. Ich mag diesen Flohmarkt besonders deswegen, weil sich der Anteil an Neuware echt in Grenzen hält und ich alten Kram so sehr liebe. Haben dort schon die ein oder ander Kuriosität erstanden, z.B. einen hochdekorativen Laborkasten zur Wasserkontrolle aus den 50ern.
Ansonsten waren Curry-Krakauer und Pommes sehr lecker, nach Auskunft meiner Begleiter die Fleischrolle Spezial mit Pommes und das Crepe auch und die Stimmung ausgelassen. Nachdem wir auch die letzten zwei Gänge angeschaut haben sind wir schließlich wieder gegangen.

Es folgte meine Frage an die Liebe: "Und was nun???" Hätte ich die weitreichenden Konsequenzen dieser Frage geahnt, hätte ich sie mir vermutlich gespart... die Antwort lautete nämlich "Och... so ein Stückchen Kuchen wär was Feines!" Schatzi fand die Idee ebenfalls annehmbar und ich war auch nicht abgeneigt. In der Nähe befand sich ein Bauerncafe, das wir schon kannten und das sollte dann unser nächstes Ziel sein. Also alle ab ins Auto, Hund wieder eingetütet und los... dann folgte der dritte Teil der oben bereits erzählten Tank-Story. Besagte sauteure Tanke befindet sich auf der Landstraße zum angepeilten Hofcafe.... das leider noch bis nächste Woche Urlaub hat... in Kaldenkirchen....tja....
Die Liebe erklärte dann, sie wäre noch nie in dem legendären Hofcafe bei uns ums Eck gewesen... Ok, das war dann also nun das alternative Ziel.
Mit einem kleinen Umweg wars ja fast der Weg nach Hause, also los nach Oedt.
Auch hier hatte man Urlaub.
Unterwegs waren wir an einem Schild vorbeigekommen mit der wohlklingenden Aufschrift "Hofcafe, hausgemachte Kuchen und Torten", also umgedreht, dritter Versuch... Urlaub... zweite Bissspur im Lenkrad... Es ist ja nicht so, dass ich unseren Bauern keinen Urlaub gönne und ich weiß auch, dass die Landwirtschaft eigentlich nur im Winter Zeit hat, ein paar Tage auszuspannen... zugegeben war mir das in dem Moment aber sch...egal!
Da wir ja Schatzi eh wieder heim bringen mußten, beschlossen wir aus der Not heraus, eine Konditorei in Viersen anzufahren. Gut, die haben die besten Torten im Kreis, aber es ist eben in der Stadt, recht eng zum Sitzen und... eben kein Landcafe mit Blech- und Pfannkuchen...
Angekommen fiehl uns schon draußen auf, dass die Theke verdächtig leer aussah, aber der Laden war voll besetzt... also erst mal alle rein.
Frage an die Bedienung, was denn noch zur Auswahl stehen würde (Wir hatten alle drei darauf spekuliert, dass es ein Kühlhaus mit Nachschub geben würde...), Antwort: "Ich hab noch zwei Stückchen Grillage und drei Cremeberliner da!"
Diesmal war leider kein Lenkrad in der Nähe....
Als Milchallergikerin hatte ich fest auf ein Stück Creme-/ Sahne-freien Kuchen spekuliert...
Ziemlich frustriereende Situation.... so frustrierend, dass wir draußen auf dem Parkplatz alle drei spontan in lautes Lachen verfiehlen und unser Stammcafe ein Stück die Straße rauf anpeilten. Hier wurde dann die übliche Bestellung aufgegeben, Tee, Latte Macchiato mit Wisky-Creme und heiße Schokolade mit Wisky und Sahne sowie Apfelkuchen und Mascarponetart und der Tag konnte in aller Ruhe ausklingen...

Schön wars, lustig wars und zwischenzeitlich katastrophal.... aber wenigstens hatte Frau unterwegs keine kalten Hände, denn mein erster Versuch am Nadelspiel war heute nach einigen Umbaumaßnahmen unter Zuhilfenahme eines Gummibandes (nachträglich eingewebt...) endlich bequem ausgefertig:

gestrickte Handstulpen mit Häckeleinfassung... hatte ich erwähnt, dass ich grün mag???





Dienstag, 28. Dezember 2010

Yes!!!


Yes, es hat funktioniert!!! Der Fisch ist nicht gamelig geworden, sondern superlecker! Das mach ich auf jeden Fall demnächst nochmal, soviel steht fest! Bin immer noch total begeistert. War da auch nicht die einzige, sieben Leute haben das ganze Stück als Vorspeise mit Nachschlag weggeputzt.

So sah die Lachsforelle nach dem Auswickeln und dem Entfernen der Beize aus, nachdem sie 4 Tage im Kühlschrank gezogen hatte:


Und so nach dem Filettieren, kurz vor der Verkostung:

Freitag, 24. Dezember 2010

Dienstag, 21. Dezember 2010

Weihnachtsessen: Küchenexperiment Gravlax

Für die Vorspeise unseres diesjährigen Heilig-Abend-Essens wollte ich versuchen, Lachs selbst zu beizen. Rezepte dazu habe ich im Netz viele gefunden, so viele, dass ich mich nicht entscheiden konnte und selbst eine Mischung der klassischen Zutaten zusammengestellt hab.

Zutaten: Eismeerlachsforelle, grobes Meersalz, brauner Zucker, grob geschroteter Pfeffer, Dill

Grundzutaten für meine Beize waren acht gehäufte Teelöffel groben Meersalzes und sechs gestrichene Teelöffel braunen Zuckers.
Diese wurden gründlich vermengt.
Hinzu kamen vier Stengel frischen Dills...
... der fein gehackt noch mit zwei Teelöffeln geschrotenen Pfeffers ergänzt wurde.
Weiter wurde alles gut durchmischen.
Dann ging es an den Fisch. Ich habe keinen Lachs genommen, sondern mich im Geschäft für eine Eismeerlachsforelle (eine Seite, 1,2 kg) entschieden. Die Fleischkonsistenz ist dem Lachs sehr ähnlich, allerdings ist der Geschmack ein wenig feiner. (Hab das Bild aus zwei Teilen zusammengeschnitten, daher der Farbwechsel...) Das Filet wurde mit der Hautseite nach unten auf eine doppelte Lage Alufolie gebettet.
Das Salz-Zuckergemisch habe ich dann großzügig auf der Fleischseite des Fisches verteilt und gut angedrückt.
Nachdem auch die Oberseite mit einer doppelten Schicht Alufolie abgedeckt war, wickelte ich daraus ein festes Päckchen und preßte den Fisch dabei fest in die Folie.
Zuletzt wanderte dieses Päckchen auf einem tiefen Teller, beschwert mit einem Tetrapack in den Kühlschrank, wo es die nächsten vier Tage bleiben wird.


Die Verkostung findet nun also an Heiligabend statt, bin gespannt...

Sonntag, 19. Dezember 2010

Winterspaziergang


Heute morgen hab ich mit dem Vierfüßer eine große Runde durch die Niersauen gedreht.
Bei 15 cm Neuschnee und vollkommener Windstille eine hervorragende Möglichkeit, den Sonntag mit viel frischer Luft zu beginnen! Oben zu sehen unsere Einfahrt mit einem aufgeregten Tessatier, das es kaum erwarten konnte, sich ins Schneegestöber zu stürzen.
Die Liebe lag derweil noch in den Federn, er startete den Tag mit ausgiebigem Ausschlafen.

Hier nun ein paar Winterimpressionen von unserer Runde:








Zurück zu Hause viel jemand aus dem Stand ins Koma, ok, bis auf´s Sofa hat sie es dann doch noch geschafft. Allerdings nahm sie es mir sehr übel, dass ich sie fürs Foto nochmal geweckt hab...

Totes Hund:

Für mich (und das inzwischen aufgestandene Mannsbild) gabs erst einmal einen schönen, heißen Tee. (Tee-International sozusagen: Deutscher Tee in Japanischer Kanne auf Englischem Stövchen mit Holländischem Kandis, Jamaikanischem Rum und Belgischen Waffelkeksen ;-)


Dazu noch ein bisschen wärmendes Licht, unter anderem von diesem niedlichen Windlicht aus Papier, das in der Abschiedswundertüte meiner Cheffin aus dem Museum drin war. Soooooo schön!


Nachdem der Tag nun so schön und besinnlich begonnen hat sind wir vom Vormittagstee gleich übergegangen zu einem köstlichen, vegetarischen Mittagessen .... das ich leider vergessen habe zu knipsen, bevor es aufgegessen war....
Dennoch gibts eine kurze Beschreibung bzw. das Rezept, es war nämlich wirklich arg lecker:

Semmelknödel mit Estragon-Champignonsoße

Knödel:
  • 3 alte Brötchen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Ei
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 El Schmalz (Vegie oder auch nicht)
  • 250 ml Milch
  • Muskat nach Belieben
  • 1 EL getrocknete Petersilie
  • Salz/ Pfeffer

Estragon-Champignonsoße:
  • 2-3 große Champignons
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL getrockneter Estragon
  • 250 ml Sahne
  • 2 El Olivenöl
  • Salz/ Pfeffer
Zunächst drei alte Brötchen in kleine Stücke würfeln.
250 ml Milch und einen Esslöffel-Vegie-Schmalz aufkochen und über die Brötchenwürfel geben, dann erst einmal auf die Seite stellen.
Zwei Zwiebeln und eine kleine Knoblauchzehe fein hacken, 2-3 große Champignons (die ganz großen, ansonsten eine gute Hand voll) in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in eine Pfanne geben und die Pilze darin anbraten, dann die Hälfte der gehackten Zwiebeln und den Knoblauch hinzugeben, kurz mitanbraten. Dann den Estragon unterrühren und mit Salz und Peffer würzen. Zum Schluß mit der Sahne ablöschen und bei niedriegerer Temperatur einköcheln lassen. Inzwischen einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser aufsetzen und bis kurz vor dem Siedepunkt erhitzen. Nun zu den Brötchen und der Milch das Ei, die Semmelbrösel, die Gewürze und die Petersilie geben und alles kräftig durchkneten. Aus dem Teig mit den Händen Knödel formen und in dem Salzwasser etwa 5-10 Minuten gar ziehen lassen.
In einen tiefen Teller legen und mit der Pilz-Sahne übergießen.

Hat hier gut und wohl für zwei gereicht.


Wünsche allen einen besinnlichen, warm-kuscheligen 4. Advent!


Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wichteln...

Heute war im PW-Forum Weihnachtswichteln. Da die Post noch nicht da war, packe ich zwar erst in den nächsten Tagen aus, aber mein Wichtelopfer Ila hat das Packerl, dass ich ihr geschickt hab heute schon geplündert. Das hab ich ihr in den Karton gepackt:

Ein Weihnachtelfenstiefel, gefüllt mit spanischen Weihnachtskuchen, einem Stöffchen, einer kleinen Stickschere, einem selbstgenähten Lesezeichen und einem Duschgel mit passendem Schwamm. Ich hoffe, es hat gefallen ;-)



Außerdem hab ich in den letzten Wochen Wolle
bzw. stricken und häckeln für mich wiederentdeckt.
Entstanden ist dabei bisher unter anderem ein
Schal in warmen Farben, gehäkelt und mit einer
Blüte verziert.


Dienstag, 14. Dezember 2010

Weihnachten...

Winterlandschaft mit Kirche, C.D. Friedrich


Bald ist es so weit! Weihnachten steht vor der Tür und lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Das lag zum einen daran, dass mir einfach nicht danach war, zum anderen daran, das einfach soooooo viel zu tun war in den letzten Wochen.
Ich habe viel gearbeitet, sowohl für den Job als auch für meinen ganz persönlichen Frieden, obwohl der noch ein ganz besonders hartes Stück Arbeit ist.

Was den Job betrifft, morgen ist der letzte Tag im Museum und ich muß sagen: Trotz aller Aufs und Abs war es eine tolle Zeit, ich habe viel gelernt und viel von den Erfahrungen meiner Kollegen profitiert. Ich habe dort wirklich viel mitnehmen können und das finde ich großartig!
Ein neuer Aufsatz ist hier erschienen und mit allem drum und dran komme ich so in 2010 auf drei Veröffentlichungen. Dafür, dass ich nirgends fest angestellt bin eine ganz ordentliche Bilanz, wie ich finde. Außerdem arbeite ich an einem neuen Projekt in Viersen mit, das einige engagierte Frauen ins Leben gerufen haben und aus dem vielleicht einmal etwas wirklich Großes entstehen wird. Ganz spruchreif ist es noch nicht, aber wir legen uns alle ins Zeug um an Profil zu gewinnen und so bald wie möglich an die Öffentlichkeit gehen zu können.

Im Museum haben wir gerade eine Ausstellung laufen über Weihnachtsbäume in der Literatur . Irgendwie habe ich mich davon arg anstecken lassen. Schon seit vier Wochen bin ich im Weihnachtsfieber, habe das Haus geschmückt, Kekse gebacken und Geschenke gestrickt/ genäht/ gekauft. (Intelligenterweise habe ich natürlich vor dem Verpacken nix geknipst *grmpf*)

Die Liebe und ich haben beschlossen, dass wir uns dieses Jahr einmal nicht dem Familienterror unterordnen werden. Wir machen an Heiligabend ein offenes Haus, haben Freunde, Familie, etc. eingeladen, vorbei zu kommen. Wer kommt kommt, wer nicht, ist auch gut. Ansonsten werden die Liebe und ich ein ruhiges Wochenende genießen. Ich freu mich schon sehr darauf!

Gekocht wird natürlich auch, ich hab allerdings etwas ausgesucht, das ich schon einen Tag vorher vorbereiten kann: Coq au vin mit Mandelmöhrchen, Selleriesalat, Salzkartoffeln und einem guten Brot. Vorher gibts Fischtartar und zum Dessert einen Zimsterncrush mit Apfelschnee. Oma steuert den Salat und die Kartoffeln bei, das Huhn mach ich nen Tag vorher, wird also entspanntes Zaubern in der Küche...